Readability Studie - Gedanken zu meinem Poster

23. Oktober 2013


Im Rahmen meiner Empra Studie habe ich für den Posterkongress zum Ende des Semesters ein Poster gestaltet, auf dem die Ergebnisse meiner Arbeit zusammengefasst präsentiert werden. Die Poster des Kongresses wurden von verschiedenen Fakultätsmitgliedern bewertet und ich gewann den dritten Platz. Das freut mich natürlich sehr. Hauptziel meines Posters war allerdings nicht, irgendwelche Preise abzustauben, sondern erst einmal ansprechend zu wirken. Damit wollte ich bewusst ein Statement setzen, da ich viele wissenschaftliche Poster als sehr konservativ - um nicht zu sagen langweilig - wahrnehme.

Würdigung und Kritik

Meine Kommilitonen haben alle so wunderbare Arbeit und damit einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft geleistet. Daher finde ich es schade, dass diese ausgezeichneten Arbeiten später so unästhetisch präsentiert wurden. Ich möchte nicht behaupten, dass sie sich keine Mühe mit den Poster gegeben haben. Im Gegenteil, alle haben unsagbar viel Mühe investiert. Allerdings umfasst das Problem viele Poster auch außerhalb meines Jahrgangs. Nicht jeder Wissenschaftler hatte eben Kunst im Abitur belegt und sich mit Typographie beschäftigt. Ich möchte hinterfragen, ob sich die Wissenschaft damit einen Gefallen tut. Eine angenehme, angemessene und emotionale Aufbereitung der Ergebnisse könnte Anderen ebendiese einfacher zugänglich machen und sogar Laien dazu bringen, sich mehr mit ihnen zu beschäftigen und Interessierten die Angst vor komplexen Sachverhalten - gar der Statistik - nehmen. Ich will aufzeigen, dass sich diese beiden Pole nicht ausschließen. Form und Funktion sollten geeinigt und nicht gegeneinander ausgetauscht werden. Nicht zuletzt der Erfolg der Produkte der Firma Apple zeigen, dass es sich lohnt, sich mit diesem Prinzip zu beschäftigen.

Appell

Dies ist meine subjektive Wahrnehmung der Poster und die ist natürlich extrem beschränkt (und 'biased'), aber ich meine, dass das Poster als Medium schnell und informativ sein sollte. Deswegen muss es zunächst eine emotionale Nachricht senden, die den Betrachter einfängt und bindet und Lust auf mehr macht. Ich schreibe übrigens bewusst "Betrachter" - denn ein Poster sollte nicht für "Leser" sein. Leser sollten das dazugehörige Paper lesen - dort werden Details geklärt. Das Poster kommuniziert anders. Ich denke, dass beispielsweise die Werbeindustrie diese Meinung teilt. Wann haben Sie das letzte Mal einen langen Fließtext auf einer Plakatwand gesehen?

Ich hoffe dass ich mit meiner Arbeit meinen Kommilitonen eine Inspiration sein konnte. Deren positives Feedback zu meinem Poster beflügelte mich sehr. Danke, ich freue mich, dass euch das Poster gefallen hat.

Und nun zum eigentlichen Poster.

Poster